Es tut gut, regelmäßig ein bisschen Entspannung und Rückzug in den Alltag einzubauen. Dafür bietet sich ein Raum an, den es in jedem Zuhause gibt: das Schlafzimmer. Es lässt sich prima zum kleinen Hideaway für den Alltag ausbauen. Wir erzählen, wie es geht.

Schlafrolle – praktisch und schön, Foto und Produkt: Apelt, apelt.de
„Multifunktional“ ist heute ein geflügeltes Wort – auch wenn es ums Wohnen geht. Ob clever genutzte Stadtwohnung oder modernes Loft – neue Wohnkonzepte inspirieren uns dazu, unsere Räume einfach mal neu zu denken und ihnen mehr als nur eine Aufgabe zu geben. Im winzigen Tiny-House, aber auch im weitläufigen Loft gipfelt diese Idee der Multifunktionalität. Wobei es auch Stress bedeuten kann, wenn alles gleichzeitig passiert – arbeiten, kochen, essen, schlafen, spielen, fernsehen … Und es stellt sich die Frage, welche Funktionen tatsächlich zusammenpassen. Für ein Zimmer im Haus möchten wir hier diese Frage klar beantworten: das Schlafzimmer.
Eigentlich sollten wir unser Schlafzimmer primär mit Schlaf und Ruhe verknüpfen, es also nicht multifunktional nutzen, wie Schlafexperten raten. Das macht psychologisch Sinn, muss aber nicht einer weiteren Nutzung im Wege stehen: der eines ruhigen Rückzugsortes und Hideaways. Genau dafür ist das Schlafzimmer prädestiniert, ist es doch genau der Raum, der mit Ruhe und Entspannung verknüpft ist. Wenn wir dabei auf eine geschickte Zonierung achten, tut diese Doppelnutzung der Schlafqualität keinen Abbruch. Wichtig ist nur, die Bereiche für Wachen und Schlafen optisch voneinander zu trennen. Ein weiterer Faktor für guten Schlaf ist die Bettplatzierung: Idealerweise steht das Kopfteil an einer festen Wand mit Blick zur Tür, ohne direkt im Luftzug zu stehen. Das vermittelt Sicherheit.
Und wie bauen wir nun unser Schlafzimmer zu einem Hideaway für Tagträume um? Zunächst brauchen wir die Accessoires, die den Rollentausch ermöglichen. Ein Sessel oder ein bequemer Stuhl, dazu vielleicht noch ein Beistelltisch und ein Mini-Regal – fertig ist eine kleine Insel im Schlafzimmer. Dort können wir sitzen, lesen, arbeiten, die Seele baumeln lassen, in Ruhe chatten oder telefonieren. Ein abgepasster Teppich markiert die Grenze zum Schlafbereich. Falls es räumlich passt, kann auch ein schmales Bücherregal nicht nur als Stauraum, sondern auch als physischer Raumteiler dienen. Alternativ kommen Vorhänge, Paravent, offene Kleiderständer oder ein Betthimmel für die Zonierung infrage. Frische Grünpflanzen setzen dabei nicht nur optische Akzente, sondern sorgen auch für ein besseres Raumklima. So entsteht ein Ort der Ruhe, ohne dass wir uns dabei „im Bett“ fühlen.
Bei einer multifunktionalen Nutzung sind Ordnung und Struktur besonders wichtig – und im Schlafzimmer noch einmal mehr. Eine klare Umgebung hilft dabei, den Kopf auszuschalten und die Auszeit im Bett oder in der Leseecke richtig zu genießen. Intelligenter Stauraum ist somit essenziell. Schränke, die bis unter die Decke reichen, Bettkästen oder Hocker mit Stauraumfunktion helfen, Kleinkram verschwinden zu lassen und die visuelle Ruhe zu bewahren. Für kleine Schreibarbeiten bietet sich ein Sekretär an, der nach getaner Arbeit geschlossen wird.
Farben und Stoffe erzeugen Stimmung. Sie entspannen die Sinne, vermitteln Wohnlichkeit und Geborgenheit. Vorhänge, ein schöner Bettüberwurf, die neue Lieblings-Bettwäsche, passende Kissen, flauschige Teppiche, eine schöne Tapete oder Wandfarbe – das alles sind Geheimwaffen für die Entspannung. Zudem dämpfen alle Textilien Geräusche und sorgen so auch akustisch für mehr Ruhe.
– Fenster: Ohne Vorhänge geht es natürlich nicht. Leichte Stoffe oder Inbetweens filtern das Licht am Tag, während Verdunkelungsvorhänge für die nötige Nachtruhe sorgen.
– Layering: Auf dem Bett wirkt das Spiel mit Schichten aus verschiedenen Materialien wie Leinen und Wolle bei Decken und Kissen einladend und luxuriös.
– Teppiche vor dem Bett und im neuen Lese- oder Arbeitsbereich zonieren den Raum, fühlen sich unter den Füßen gut an und vermitteln Wohnlichkeit.
– Wandgestaltung: Farblich wirken kühle Töne (Blau, Grün) entspannend, während warme Nuancen (Beige, Terracotta) Geborgenheit vermitteln. In kleinen Räumen können dunkle Farben wie Navy Blue für zusätzliche Tiefe sorgen.
Licht ist neben Teppichen ein weiteres wichtiges Werkzeug für die Zonierung. Eine zu helle Deckenbeleuchtung erzeugt „flaches Licht“, das gleichmäßig den Raum ausleuchtet, was grundsätzlich nicht wohnlich wirkt. Gerade im Hideaway Schlafzimmer sind mehrere Lichtinseln gemütlicher, die außerdem helfen, den Raum in kleine Zonen aufzuteilen: eine Leselampe am Tisch, eine Lampe am oder über dem Bett, eine Beleuchtung am Kleiderschrank und Spiegel. Zusätzlich vielleicht noch eine indirekte Beleuchtung etwa durch LED-Leisten hinter dem Kopfteil, dimmbare Lampen oder dezente Lichtketten für eine entspannte Atmosphäre. Eine Lichttemperatur von 2.700 Kelvin entspricht warmweißem Licht und sorgt für eine wohnliche Stimmung.
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